Meine Gedanken
 

Jedes Jahr sehne ich sie herbei: Kaum entfaltet, strahlen sie schon in sattem Gelb,

oder in ihrem Weiß, oder Violett. Krokusse gehören zu den ersten Blumen des

Frühlings. Ihre kräftige Farbe und ihr geselliges Auftreten machen die Krokusse

so beliebt. Und so sind sie in vielen Vorgärten zu sehen. 

Denn wenn es endlich Frühling werden soll, dann richtig. Da genügt nicht ein

einzelner Farbtupfer hier oder da. Dann will ich es gleich kräftig haben. Krokusse,

so zart sie auch scheinen, verkörpern die Macht der anbrechenden wärmeren

Jahreszeit. Und in ihren Blütenkelchen leuchtet bis heute etwas vom Licht des

Südens. 

Es herrscht Aufbruch: hin zu wärmeren Tagen, zu leichterer Kleidung, zu neuer

Hoffnung. Wir Menschen atmen auf, und das ganze Leben schaltet einen oder

gar zwei Gänge hoch. 

Diese bunten Frühlingskinder sind auch Boten des Glaubens: 

Zum einen zeigen sie uns, was für eine fröhliche Buntheit Gott geschaffen und

geschenkt hat. Darüber freue ich mich immer wieder. Zum zweiten weist der

Krokus auf Ostern. Das Leben streckt sich nach der Sonne, wir strecken uns nach

dem Licht des Ostermorgens, in dem unser Glaube begründet liegt.   

Auch wir brauchen das Licht der Hoffnung, um leben zu können. „Vom Aufgang

der Sonne, bis zu ihrem Niedergang, sei gelobet der Name des Herrn.“ So bekennt

es der Beter von Psalm 50. Gott will die Sonne und Freude unseres Lebens sein.

Und dass es so ist, das feiern wir zu Ostern. 

 

 

Eine gesegnete und hoffnungsvolle Osterzeit wünscht Ihnen 

Pfarrer Eric Maurer

 

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